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Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

Lernen in Vielfalt -
Leben in Verantwortung

Katastrophenschutz hautnah erleben

Geographiekurs besucht Zentrale Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises in Wetzlar

Wie wird gehandelt, wenn Starkregen Straßen überflutet, der Strom ausfällt oder eine größere Schadenslage zahlreiche Einsatzkräfte gleichzeitig fordert? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Geographiekurs der Jahrgangsstufe 11 gemeinsam mit ihrer Lehrerin Lea Nicolai bei einem Besuch der Zentralen Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises in Wetzlar. Kristopher Heinz, Patrick Galla und Benjamin Georg aus der Abteilung Brandschutz, Rettungsdienst sowie Zivil- und Katastrophenschutz gewährten spannende Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Die Exkursion knüpfte an die aktuelle Unterrichtsreihe zum Umgang mit Naturrisiken an. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gesellschaften auf Naturgefahren und andere Katastrophenlagen vorbereitet sein können und welche Maßnahmen im Ernstfall notwendig sind.

Zunächst führte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Kristopher Heinz in die grundlegenden Strukturen der Feuerwehr ein. Dabei ging es auch um die Geschichte und Umstrukturierung nach dem Zweiten Weltkrieg, rechtliche Grundlagen des Sozialstaats sowie die kommunale Selbstverwaltung. Deutlich wurde, wie sich Aufgaben, Zuständigkeiten und technische Möglichkeiten im Laufe der Zeit verändert haben und warum eine gut organisierte Feuerwehr für die Gefahrenabwehr unverzichtbar ist. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Bedeutung des Ehrenamts als zentraler Pfeiler.

In einer anschließenden Gesprächsrunde ging es um die Frage, wann Menschen von Katastrophen unmittelbar und wann mittelbar betroffen sind. Am Beispiel des Ahrtal-Hochwassers wurde dies besonders anschaulich: Während Menschen, deren Häuser überflutet wurden, unmittelbar betroffen waren, konnten auch Bewohnerinnen und Bewohner an den Hanglagen erheblich eingeschränkt sein. Sie waren zwar nicht direkt von den Wassermassen betroffen, jedoch zeitweise von wichtigen Versorgungswegen, Informationen und Hilfe abgeschnitten. Daran anknüpfend wurde deutlich, warum private Vorsorge eine wichtige Rolle spielt. Dazu gehören beispielsweise ausreichende Vorräte, batteriebetriebene Radios sowie Kenntnisse darüber, auf welchen Wegen im Katastrophenfall verlässliche Informationen weitergegeben werden. Die Lernenden konnten dabei auch die eigene Vorsorge zuhause kritisch hinterfragen.

Im weiteren Verlauf wurde die Lerngruppe aufgeteilt. Eine Gruppe löste gemeinsam mit Patrick Galla eine Übungs-Brandmeldeanlage aus und erhielt Erläuterungen zu deren Funktion sowie zum angemessenen Verhalten im Alarmfall – auch mit Blick auf den schulischen Alltag. Der ausgelöste Alarm lief zeitgleich in der Leitstelle auf, wo sich die zweite Gruppe befand. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke hinter die Kulissen und konnten die Bearbeitung realer Einsätze durch Leitstellendisponenten hautnah miterleben. Deutlich wurde, wie viele Informationen in kurzer Zeit erfasst, bewertet und an die zuständigen Einsatzkräfte weitergegeben werden müssen.

Abschließend erhielt die Lerngruppe Einblicke in den derzeit im Umbau befindlichen Stabsraum. Hier wurde erläutert, welche verschiedenen Sachgebiete bei größeren Schadenslagen zusammenarbeiten und wie Einsatzleitungen organisiert werden, um komplexe Lagen koordiniert abarbeiten zu können.

Der Besuch machte die im Unterricht behandelten Inhalte greifbar und zeigte zugleich, wie vielfältig die Berufsfelder im Bereich Brandschutz, Rettungsdienst sowie Zivil- und Katastrophenschutz sind. Ein herzlicher Dank gilt Kristopher Heinz, Patrick Galla, Benjamin Georg sowie den weiteren Mitarbeitenden des Lahn-Dill-Kreises für die informative und engagierte Gestaltung des Vormittags.

  • 2026
  • copyright Text: Lea-Sophie Nicolai, WvO
  • copyright Foto: Lea-Sophie Nicolai, WvO