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Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

Lernen in Vielfalt -
Leben in Verantwortung

Nachhaltigkeit entlang der Autobahn

Geographiekurs NICO besucht die Autobahn GmbH

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Mensch-Umwelt-Beziehungen in den Tropen“ beschäftigte sich die Jahrgangsstufe 11 im Geographieunterricht intensiv mit Nachhaltigkeit, Nutzungskonflikten und möglichen Handlungsansätzen. Begleitet von ihrer Geographielehrerin Lea Nicolai besuchten die Schülerinnen und Schüler die Außenstelle Dillenburg der Autobahn GmbH des Bundes. Dort konnten sie die im Unterricht erarbeiteten Inhalte auf einen ganz anderen, aber sehr alltagsnahen Raum übertragen: die Verkehrsinfrastruktur in ihrer Heimatregion.

Zu Beginn gab Außenstellenleiter Marco Gräb einen anschaulichen Einblick in das Regenwassermanagement an Autobahnen. Aufgrund der großflächigen Bodenversiegelung kann Niederschlagswasser nicht wie auf natürlichen Flächen versickern. Zudem kann es durch Abrieb, Öl oder andere Schadstoffe belastet sein. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie das anfallende Wasser zunächst gesammelt und über Abscheidesysteme von groben Verunreinigungen befreit wird. Anschließend wird es durch bepflanzte Retentions- und Filterbecken geleitet. Schilf und weitere Pflanzen tragen dort dazu bei, das Wasser ohne chemische Zusatzstoffe weiter zu reinigen, bevor es wieder an die Umwelt abgegeben wird.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Landschaftspflege und Umweltplanung. Die Lernenden erhielten Einblicke in die aufwendigen Schritte, die vor dem Bau oder Ausbau einer Straße notwendig sind. Grundlage bilden unter anderem Flora-Fauna-Gutachten, in denen Tiere, Pflanzen, Lebensräume und besonders schutzwürdige Bereiche eines geplanten Bauvorhabens genau erfasst werden. Anschließend wird geprüft, ob und inwiefern die Vorhaben mit diesen Schutzinteressen vereinbar sind.

Je nach Schutzstatus und betroffener Art können verschiedene Maßnahmen erforderlich werden: Ausgleichsflächen, Ersatzlebensräume oder Umsiedlungen, beispielsweise für Fledermäuse oder Haselmäuse. In besonders sensiblen Gebieten kann ein Bauvorhaben jedoch auch vollständig ausgeschlossen sein.

Der Besuch machte deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur bei tropischen Produkten oder globalen Lieferketten eine Rolle spielt. Auch beim Ausbau und bei der Planung von Straßen müssen ökologische, ökonomische, soziale und politische Aspekte sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Durch die konkreten Einblicke vor Ort wurde der zuvor im Unterricht erarbeitete Lerngegenstand für die Schülerinnen und Schüler deutlich erfahrbarer und erhielt einen unmittelbaren Alltagsbezug. Zugleich zeigte der Besuch, in welchen beruflichen Feldern geographisches Wissen praktisch angewendet wird, etwa in der Umweltplanung, Landschaftspflege, Wasserwirtschaft, im Ingenieurwesen oder im Infrastrukturmanagement.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Autobahn GmbH für die Möglichkeit dieses Besuchs sowie für die sehr anschauliche, engagierte und sorgfältig vorbereitete Präsentation. Die vielfältigen Einblicke und konkreten Beispiele machten die komplexen Zusammenhänge rund um Verkehrsinfrastruktur, Umweltschutz und Nachhaltigkeit für die Schülerinnen und Schüler greifbar.



  • 2026
  • copyright Text: Lea-Sophie Nicolai, WvO
  • copyright Foto: Lea-Sophie Nicolai, WvO