Biologie erleben
Studierende der JLU Gießen entdecken das Schulvivarium der WvO
Am 02.02.2026 nutzten 21 Studierende der Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen den frühen Unterrichtsschluss im Zuge der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse, um sich intensiv und ungestört mit der Arbeit im Schulvivarium der WvO auseinanderzusetzen.
Wie bereits in den vergangenen Jahren hatte das Vivarium-Team auch in diesem Jahr wieder praxisnahe Workshops mit den Tieren vorbereitet und durchgeführt. Nach einer Begrüßung und einer Einführung in das Schulvivarium durch Sedric Haus erhielten die Studierenden die Möglichkeit, an zwei von insgesamt vier Workshops teilzunehmen.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete dabei das Feuersalamander-Projekt der WvO, das von Simon Grebeldinger vorgestellt wurde. Das vor vier Jahren als bundesweit einzigartiges Leuchtturmprojekt gestartete Vorhaben der Schule bietet heute nicht nur einen sicheren Lebensraum für rund 40 Feuersalamander, sondern vermittelt zugleich fundierte Hintergründe zum Artenschutz. Die Studierenden erprobten in diesem Zusammenhang ein Mystery zur Ausbreitung der Salamander-Pest, verursacht durch den Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal).
Auch in den weiteren Workshops zu Killifischen, Stabschrecken und Axolotl erhielten die Lehramtsstudierenden wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten eines anschaulichen und motivierenden Biologieunterrichts. Durch das Erproben didaktisch-methodisch aufbereiteter Unterrichtssequenzen wurde deutlich, wie gewinnbringend der Einbezug eines Vivariums in den Schulalltag sein kann.
Sedric Haus thematisierte unter anderem Aspekte der Entwicklungsbiologie bei Killifischen sowie grundlegende Besonderheiten der Axolotl. Dazu zählen insbesondere die Regeneration und das Nachwachsen von Körperstrukturen sowie die Tatsache, dass sich die Tiere grundsätzlich immer in einem „Jugendstadium“ befinden und eine eher atypische Amphibienentwicklung aufzeigen. Timo Jung zeigte anhand von Stabschrecken und Wandelnden Blättern u.a., wie sich das Basiskonzept „Struktur und Funktion“ im Biologieunterricht besonders anschaulich vermitteln lässt.
Ziel der Workshops war es, den angehenden Lehrkräften zu verdeutlichen, dass die artgerechte Haltung und Pflege von Tieren an Schulen zwar zeitintensiv, zugleich aber äußerst lohnenswert ist. Die Studierenden der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ziemek konnten dabei zahlreiche wertvolle Impulse für ihre spätere schulische Praxis mitnehmen.
Im Hinblick auf die nahende Emeritierung von Prof. Dr. Ziemek war diese Veranstaltung vermutlich eine der letzten in dieser Form. Auch wenn zukünftige Kooperationen ohne ihn stattfinden werden, gilt ihm an dieser Stelle ein besonderer Dank: Prof. Dr. Ziemek initiierte u.a. das Feuersalamander-Projekt an der WvO und stand dem Vivarium-Team über viele Jahre hinweg als engagierter und äußerst kompetenter Ansprechpartner zur Seite.
- 2026
- copyright Text: Timo Jung, WvO
- copyright Foto: Timo Jung, WvO